So auch diese Geschichte aus dem Bundesstaat Missouri: Hier verurteilte ein Gericht einen Wilderer nicht nur zu einer einjährigen Haftstrafe, sondern verpflichtete ihn auch, einmal im Monat den Disney-Klassiker “Bambi” anzusehen.

Diese Erziehungsmaßnahme klingt amüsant, hat aber einen ernsten Hintergrund. Denn der 29-Jährige ist wiederholt mit den Jagdgesetzen in den Staaten in Konflikt geraten. Der Wilderer hat in großen Mengen Hirsche und andere Tiere getötet, nur um ihre Köpfe als Trophäen zu sammeln. Das führte soweit, dass die Behörden ihn bereits seine Jagdlizenz entzogen.

Der Film basiert auf dem 1923 erschienden Buch „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“ vom österreichischen Schriftsteller und Jäger Felix Salten. Zeichnung: Hans Bertle  

Wer nicht hören will, muss fühlen: Als Strafe Bambi sehen

Da dem Gericht scheinbar eine Bestrafung zu wenig war, wollte es die Haft noch mit einer Erziehungsmaßnahme verbinden. Gut so, findet Randy Doman, Leiter der Naturschutzbehörde in Missouri. Damit stelle der Richter die Taten des Verurteilten in einen größeren Zusammenhang. So muss er auch die Perspektive der Gejagten betrachten und was würde sich dafür besser eignen als der Film Bambi?

In dem Kinder-Film aus dem Jahre 1942 geht es um die Kindheit und das Heranwachsens des Hirsches Bambi, dessen Mutter auf tragische Weise von Jägern erschossen wird. Ein Film, der eine Generation von Kindern und Erwachsenen zum Heulen brachte und trotz seines kindlichen Charakters an vielen Stellen schmerzhaft realistisch ist. So realistisch, dass Jäger ihn bis heute als Anti-Jagd-Propaganda beschimpfen. Zudem sehen wir die lebensbedrohliche Jagd auf die Tiere aus ihrer Perspektive, was das Geschehene noch nahbarer macht.

Bambi war zudem der erste Disney Trickfilm, in dem ein Protagonist stirbt. Eine dramaturgische Entscheidung, die Walt Disney auch stets verteidigte: “Das Leben besteht aus Licht- und Schattenseiten. Und wir wären unehrlich, unaufrichtig und verniedlichend, wenn wir so tun, als gäbe es diese Schattenseiten nicht.”

Der Film basiert auf dem 1923 erschienden Buch „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“ vom österreichischen Schriftsteller und Jäger Felix Salten. Zeichnung: Hans Bertle  

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